Volksfreund Spezial vom  20. März 2015

 

Engagement für Flüchtlinge ist keine Einbahnstraße

- Begleiten, beraten, dolmetschen,  es gibt viel zu tun für Helfer und Willkommenspaten

 

Die Kriege in aller Welt sind auch in der Region allgegenwärtig. Täglich treffen Hunderte Flüchtlinge in der zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende von Rheinland-Pfalz ein. Aus überfüllten Unterkünften, Containern und Zelten ziehen sie möglichst bald in Gemeinden um.

Noch vor wenigen Monaten fühlten sie sich dort oft auf sich allein gestellt: in einem fremden Kulturkreis, inmitten von Menschen, die eine andere Sprache sprechen. Doch inzwischen hat sich einiges getan. Immer mehr Bürger - darunter - aus zeitlichen Gründen viele Ältere - machen sich auf, zu helfen.

Außerhalb von Trier müssen sie dafür oft erst eigeninitiativ Voraussetzungen schaffen. So wie Hiltrud Kolz, die über ihr kommunalpolitisches Engagement zur Flüchtlingshilfe fand.

Die 70-Jährige aus Longkamp rief mit weiteren Ehrenamtlichen an der Mosel „Heimatlos - wir helfen“ ins Leben. Ein Projekt unter dem Dach der landesweiten Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“, die unterstützt von Kommunen Ältere gewinnen und unterstützen will. Dank Kolz lernen nun Erwachsene dreier Familien aus Armenien, Tschetschenien und dem Iran Deutsch.

Eine frühere Schullehrerin war sofort bereit, unentgeltlich zu helfen. Ebenso wie ein früherer Ortsbürgermeister, der „Schüler“ dafür von Kleinich nach Kommen fährt, oder Bekannte, die sich derweil um die Kinder kümmern.

 

Daneben stemmen Helfer viele weitere Betreuungs-Aufgaben. Und das meist ohne Dolmetscher, an denen es überfall fehlt. Kommunen wie die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues sowie kirchliche Träger wie das dortige Dekanat sind dabei, Listen zu erstellen. Wer über Sprachkenntnisse verfügt und ehrenamtlich helfen will, kann sich dort melden.

Bis solche Netzwerke stehen, helfen sich andere wie etwa auch in Malborn selbst. Dort werden vier junge Asylbewerber aus Eritrea unterrichtet - von Lehrern, die dafür auf eigene Rechnung extra herfahren. Was sie motiviert, ist der Eifer ihrer Schüler, die auch für die Gemeinde arbeiten und zusätzlich drei Tage die Woche in Thalfang lernen. Seit sie erfuhren, dass dort ebenfalls Flüchtlinge unterrichtet werden, gehen sie die 13 Kilometer bei Wind und Wetter zu Fuß.



Schulleiterin Frau Schuh von der Ökologischen Grundschule nahm zwei Mädchen einer Flüchtlingsfamilie aus Kommen in der Schule auf.

Die dritte Tocher geht in die Kita St. Andreas.